Ein Leistenbruch, der einfach zurückgeschoben werden kann, ist nicht unmittelbar gefährlich. Es kommt jedoch - wenn auch selten - vor, dass der Inhalt des Bruchsacks, zum Beispiel Teile des Darms, einklemmt. Dann kann das eingeklemmte Gewebe von der Blutzufuhr abgeschnitten werden und absterben. Diese Situation ist gefährlich und erfordert eine sofortige Operation. mehr ›
Es gibt verschiedene Erkrankungen, die ähnliche Beschwerden verursachen wie ein Leistenbruch: Ein Schenkelbruch, Lymphknotenvergrößerungen, Bänderreizungen, Veränderungen des Hüftgelenks oder der Wirbelsäule, Gefäßveränderungen oder Erkrankungen der Hoden und Nebenhoden. Diese Erkrankungen müssen von einem erfahrenen Arzt (Ärztin) ausgeschlossen werden.
Das hängt von der Operationstechnik ab. Bei einer endoskopischen Leistenbruchoperation werden Sie für ein bis zwei Tage stationär aufgenommen, die offenen Leistenbruchoperationen werden meist ambulant durchgeführt.

Sie bekommen einen Termin für das Aufklärungsgespräch mit dem Operateur, Herrn Dr. Merkle, bei dem Ihnen auch die Einverständniserklärung zur Operation ausgehändigt wird.
Das Narkosevorgespräch mit dem Anästhesisten findet ebenfalls an diesem Termin statt.
Es ist wichtig, dass Sie bei beiden Gesprächen alle Medikamente nennen, die Sie derzeit einnehmen. Sollten Sie aktuelle Laborwerte und ein EKG vorliegen haben, bringen Sie sie bitte mit. Ansonsten können die Untersuchungen im Rahmen der Vorgespräche durchgeführt werden.
Sie dürfen ab 10 Tagen vor der Operation keine gerinnungshemmenden Mittel wegen Blutungsgefahr einnehmen. Ab 2 Tagen vor der Operation dürfen Sie kein Metformin (Wirkstoff gegen Diabetes mellitus Typ 2) mehr einnehmen, weil es sonst im Rahmen der Narkose zu einer Übersäuerung des Blutes kommen kann. Vorsicht: Sie sollten Ihre Medikamente aber auf keinen Fall selbständig absetzen, sondern nur nach Rücksprache mit Ihren Ärzten!
Sie kommen nüchtern in die Klinik - 6 Stunden vor dem Eingriff dürfen Sie nichts gegessen und getrunken haben. Sie melden sich zur stationären Aufnahme an und bekommen Ihr Patientenzimmer.
Nach der Operation bleiben Sie noch 1 bis 2 Stunden im Aufwachraum und werden anschließend auf Ihr Zimmer gebracht. Noch am Operationstag können Sie aufstehen und umhergehen. Nach dem Abendessen findet eine Chefarztvisite statt.
Wenn Sie mit einem offenen Operationsverfahren operiert wurden und es Ihnen gut geht, können Sie bereits nach der Chefarztvisite nach Hause gehen. Sie dürfen allerdings nicht selbst Autofahren und müssen sich von einer Begleitperson abholen lassen. Am Abend und in der Nacht nach der Operation sollten Sie nicht alleine sein. Besonders am Abend des Operationstages, aber auch noch in den nächsten Tagen, sollten Sie sich etwas schonen.
Nach dem Frühstück findet wieder eine Visite mit dem Chefarzt statt. Falls nötig, wird anschließend noch ein Ultraschall oder eine Gefäßdoppleruntersuchung durchgeführt.
Wenn Sie mit einem offenen Operationsverfahren operiert wurden und schon entlassen wurden, findet die Nachuntersuchung im Rahmen der Sprechstunde statt.
Nach einer endoskopischen Leistenbruchoperation können Sie in der Regel schon am ersten oder zweiten Tag nach der Operation entlassen werden.
Bei den endoskopischen OP-Techniken bis zum ersten Tag nach der Operation, bei den offenen Operationstechniken etwas länger.
Bei den endoskopischen OP-Techniken können Sie sich ab dem zweiten Tag nach der Operation wieder normal belasten, bei den offenen OP-Techniken ab dem dritten bis vierten Tag.
Nach einer endoskopischen Leistenbruchoperation ist eine leichte sportliche Aktivität ab dem siebten Tag möglich, nach einer offenen Leistenbruchoperation etwa ab dem zehnten bis vierzehnten Tag.
Leistungssport kann nach einer endoskopischen Operation etwa ab dem zehnten Tag betrieben werden, nach einer offenen Operation müssen Sie 2 bis 4 Wochen aussetzen.
Ja. Die Operation eines Leistenbruchs wird von den gesetzlichen und den privaten Krankenkassen zu 100 Prozent erstattet.